Innopunkt Ziele der elften INNOPUNKT-Kampagne

Neue Wege zur Ausbildung

Integrative regionale Modelle zur Verbesserung der Ausbildungsmöglichkeiten und –fähigkeiten von Jugendlichen mit schlechten Startchancen (vor und während der Berufsausbildung)

Laufzeit der Projekte: 01.09.2004 - 31.08.2006

An welchem Problem setzt der Ideenwettbewerb an?

Das Land Brandenburg steht vor der Herausforderung, sämtliche Begabungsreserven zu erschließen, um sie perspektivisch dem Beschäftigungssystem adäquat zuzuführen. Demgegenüber ist eine Entwicklung zu verzeichnen, bei der eine wachsende Anzahl von Jugendlichen nicht die Voraussetzungen zu einem Berufsschulabschluss erfüllen. Derzeit scheitern etwa 14 Prozent eines Jahrgangs am Übergang von der Schule zum Beruf. Ein Problem und ein Ansatz zum Handeln bestehen im weiteren Zuwachs von Altbewerber/innen unter den Bewerber/innen für Ausbildungsplätze. Der Anteil der Altbewerber/innen an der Gesamtzahl der Bewerber/innen stieg 2003 in Brandenburg auf 50 Prozent. Die Bewerber/innen auf dem Ausbildungsstellenmarkt werden immer älter.

Gleichzeitig gilt es, ein Umdenken in den Betrieben zu erreichen, die vielfach in der gegenwärtigen Situation des Bewerberüberschusses ihre Anforderungen an die Jugendlichen überhöht haben. Oftmals werden von Bewerber/innen Schulabschlüsse (Abitur) und Bestnoten in bestimmten Fächern verlangt, die mit den Anforderungen des Ausbildungsberufes nicht übereinstimmen. Es gilt, die Betriebe zu sensibilisieren und fit zu machen für den Integrationsbedarf bezüglich aller ausbildungswilligen Jugendlichen, auch der mit gestörten Ausgangsbedingungen der persönlichen und sozialen, der schulischen und beruflichen Entwicklung (Jugendliche mit schlechten Startchancen).

Jugendliche mit schlechten Startchancen sind eine Gruppe, deren Möglichkeiten für die Integration in den ersten Arbeitsmarkt über eine erfolgreiche Berufsausbildung noch nicht ausreichend erschlossen wurden. Für Jugendliche mit schlechten Startchancen besteht ein Problem insbesondere darin, nach dem in der Regel eher unterdurchschnittlichen Schulabschluss eine Berufsausbildung zu beginnen und diese erfolgreich abzuschließen. Diese Jugendlichen sollen prioritär in betriebliche Berufsausbildung einmünden. Eine Begleitung in den ersten Monaten der Berufsausbildung wäre wünschenswert.

Eine integrative Jugend- und Berufsbildungspolitik bedarf - soll sie erfolgreich sein - eines hohen Kooperations- und Abstimmungsbedarfs. Optimale Kooperation besteht in einer integrativen örtlichen oder regionalen Infrastruktur, die ein bedarfsorientiertes und zielgerichtetes, aufeinander abgestimmtes System der Berufsausbildung für Jugendliche mit schlechten Startchancen ermöglicht und insoweit deren Eingliederung in betriebliche Ausbildung fördert.

Ziele der Initiative des MASGF

Das Ministerium verfolgt zwei Hauptziele:

  • Optimale Kooperation durch die Nutzung einer integrativen örtlichen oder regionalen Infrastruktur, die ein bedarfsorientiertes und zielgerichtetes, aufeinander abgestimmtes System der Berufsausbildung für Jugendliche mit schlechten Startchancen ermöglicht und insoweit deren effektive Eingliederung in betriebliche Ausbildung fördert (Wirkungsziel).
  • Best Practice zeigen, dass Jugendliche mit schlechten Startchancen am Übergang Schule Ausbildung einen verbesserten Zugang zu betrieblicher Ausbildung in Brandenburg finden (Ergebnisziel).

Die Zielstellung der Kampagne ist erreicht, wenn nach Beendigung der Projektförderung in Brandenburg die folgenden Teilziele realisiert wurden:

  1. Neue Angebote der Verbindung von Schule und Wirtschaft bei der Berufsorientierung und Berufswahl sind geschaffen.
  2. Begabungsreserven Jugendlicher mit schlechten Startchancen werden vor und während der Ausbildung erkannt und genutzt.
  3. Die regionalen Akteure sind für neue Kooperationen zur Integration von Jugendlichen mit schlechten Startchancen in eine Berufsausbildung sensibilisiert und Prozesse zur Abstimmung der Angebote eingeleitet und werden umgesetzt.
  4. Begleitende Unterstützungshilfen für Unternehmen, die Jugendliche mit schlechten Startchancen qualifizieren, werden genutzt und sind bedarfsgerecht weiterentwickelt.
  5. Matchingprozesse zwischen Unternehmen und Jugendlichen mit schlechten Startchancen sind verbessert.

Die einzelnen Projekte müssen neben den beiden Hauptzielen und dem Teilziel c) auf mindestens ein weiteres der genannten Teilziele ausgerichtet sein. Durch die Projekte sollen Jugendliche mit schlechten Startchancen ohne Berufsausbildung bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres an der so genannten 1. Schwelle beim Eintritt in eine Berufsausbildung unterstützt werden. Hierbei sollen junge Frauen entsprechend ihrem Anteil an den Jugendlichen mit schlechten Startchancen von den Angeboten partizipieren.

   

Gefördert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Landes Brandenburg.

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