Mehr Ausbildungsplätze durch mehr Ausbildungsbetriebe
Gewinnung von nicht ausbildenden Betrieben für eine Ausbildungsbeteiligung unter Nutzung der neuen Gestaltungsspielräume der Berufsbildungsreform
Laufzeit der Projekte: 01.12.2005 - 30.11.2008
Ansprechpartner: Dr. Matthias Vogel, Tel. 03 31 - 600 25 11; Achim Hartisch, Tel. 03 31 - 600 23 94
An welchem Problem setzt der Ideenwettbewerb an?
Angesichts eines sich abzeichnenden gravierenden Rückgangs an Schulabgängern werden sich die Rekrutierungsbedingungen für den potentiellen Nachwuchs in Unternehmen in wenigen Jahren deutlich verschlechtern. Die Zahl junger Menschen in der Altersgruppe zwischen 16 und 25 Jahren wird sich in den neuen Bundesländern bis 2015 fast halbieren. In den äußeren Entwicklungsräumen Brandenburgs geht der Anteil junger Menschen, von 1997 aus betrachtet, um fast 60 Prozent zurück. Eine mögliche – zeitweise Entspannung auf dem Arbeitsmarkt ab 2008 kann mit einer Verknappung des Fachkräftenachwuchses für duale Ausbildungsgänge einhergehen.
Die Lage wird durch die Abwanderung qualifizierter (junger) Arbeitskräfte weiter verschärft. In einzelnen Wirtschaftsbereichen wird trotz anhaltend hoher Arbeitslosigkeit bereits heute über fehlende Fachkräfte geklagt und auf einen Mangel an qualifizierten Arbeitskräften hingewiesen. Mittelfristig ist ab den Jahren 2008 und 2009 eine Nachwuchskräftelücke zu erwarten. Gleichzeitig wird die duale betriebliche Ausbildung in Brandenburg die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen in den kommenden Jahren nicht befriedigen können, selbst wenn die Schülerzahlen aus demografischen Gründen zurückgehen. Die Ursache liegt in der hohen Zahl von Altbewerbern begründet; Ausbildungssuchende, deren Schulabschluss mehrere Jahre zurückliegen kann.
80 Prozent aller Brandenburger Betriebe beschäftigen nicht mehr als neun Mitarbeiter. Untersuchungen zeigen, dass in Unternehmen dieser Größenordnung überwiegend nur eine kurzfristige am aktuellen Bedarf oder der Auftragslage ausgerichtete Personalplanung existiert. Eine aktuelle Studie zur Fachkräfteentwicklung in Brandenburg bestätigt, dass viele kleinere Unternehmen in den vergangenen Jahren kaum systematisch Nachwuchskräfte aufgebaut haben, während der Kern vieler Stammbelegschaften mittlerweile ein Alter zwischen 46 und 60 Jahren aufweist. Bis Ende 2010 ist mit einem Fachkräftebedarf von annähernd 100.000 Personen in der Brandenburger Wirtschaft zu rechnen.
Ziele des MASGF
Das Ministerium für Arbeit, Soziales Gesundheit und Familie verfolgt mit der aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Landes finanzierten INNOPUNKT-Kampagne das Hauptziel einer deutlich stärkeren betrieblichen Beteiligung an der Erstausbildung, insbesondere durch die verstärkte Einbeziehung bisher nicht ausbildender Betriebe. Insbesondere sollen Betriebe mit und ohne Ausbildungseignung, die bisher nicht ausgebildet haben, verstärkt in Ausbildung oder Durchführung von Ausbildungsabschnitten einbezogen werden.
Die Ziele der Kampagne sind erreicht, wenn nach Beendigung der Projektförderung in Brandenburg die folgenden Teilziele realisiert wurden:
a) Zeitlich und inhaltlich veränderte Angebote in der Kooperation der Lernorte Betrieb, Bildungsdienstleister und Berufsschule schaffen mehr Lernzeiten in Betrieben.
b) Veränderte, angepasste und neue Kommunikations- und Beratungsaktivitäten erschließen Ausbildungskapazitäten bei aktuell nicht ausbildenden Betrieben und Kapazitäten für praktische Anwendungs- und Vertiefungsphasen bei Betrieben, die bisher keine Ausbildungseignung beantragt haben.
c) In Kooperation mit Bildungsdienstleistern übernehmen erstmals ausbildende Betriebe wesentliche Kosten der beruflichen Erstausbildung.
d) Gezieltes Marketing erhöht die öffentliche Transparenz des Angebots betrieblicher Lernorte für die berufliche Erstausbildung.
e) Bestehende Programme und Förderinstrumente sowie neue Finanzierungen (z.B. SGB II) unterstützen die Gewinnung von bisher nicht ausbildenden Betrieben für die berufliche Erstausbildung.
f) Der Anteil der Fachkräfterekrutierung durch Ausbildung im eigenen Betrieb steigt.
g) Die Aktivitäten zur Gewinnung von nicht ausbildenden Betrieben unterstützen die regionalen oder branchenbezogenen Rekrutierungsstrategien von Fachkräften.
h) Die Chancengleichheit zwischen weiblichen und männlichen Jugendlichen wird befördert (siehe auch unter Punkt 5).






Druckversion