Innopunkt Ziele der 17. INNOPUNKT-Kampagne

Beschäftigung in der Gesundheitswirtschaft – Chancen nutzen

Laufzeit der Projekte: 1.9.2006 - 30.6.2008

An welchem Problem setzt der Ideenwettbewerb an?

Dem Gesundheitssektor kommt in Deutschland eine große wirtschaftliche und beschäftigungspolitische Bedeutung zu. In Brandenburg arbeiten nach Angaben der "Brandenburger Fachkräftestudie"  gegenwärtig circa 56.000 Personen im Gesundheits- und Sozialwesen.  Die Gesundheitswirtschaft hat - anders als rein erwerbswirtschaftliche Branchen - eine gemischtwirtschaftliche Struktur, in deren Zentrum die Erstellung von Gütern und Dienstleistungen zum Gesundheitserhalt oder deren Wiederherstellung steht. Es lassen sich ihr somit nicht nur die klassischen Kernbereiche stationäre und ambulante Versorgung zuordnen, sondern vor allem der technologieintensive Vorleistungs- und Zulieferbereich sowie auch die Nachbarbranchen und Randbereiche, welche die Kernsegmente der Gesundheitswirtschaft mit Angeboten aus anderen Bereichen des Dienstleistungssektors (Gesundheitstourismus, Wellness, Sport, Freizeit, Wohnen) verknüpfen und ergänzen. Damit erhöht sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in dieser Branche auf insgesamt fast 100.000 (vgl. Berechnungen des IAT aus dem Jahr 2003). Ihr Anteil an der Brandenburger Gesamtbeschäftigung liegt damit bei rund 13 Prozent.

Derzeit ist die Branche durch verschiedene umbruchartige Veränderungsprozesse gekennzeichnet, die mit einem hohen Anpassungsdruck auf Seiten der Einrichtungen und Unternehmen einhergehen. Institutionen des Gesundheitswesens stehen vor der Herausforderung, Kostensenkungszwänge durch innerorganisatorische Veränderungen aufzufangen. Leistungen müssen trotz steigender Qualitätsanforderungen kostengünstiger erbracht werden. Diese Entwicklung hat vor allem Auswirkung auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kernbereichen des Gesundheitssektors. Bereits jetzt kennzeichnet sich die Arbeitssituation vieler Beschäftigter in der Gesundheitswirtschaft durch steigende Leistungsvorgaben, zunehmende Arbeitsverdichtung, Arbeitsplatzunsicherheit sowie eine selten adäquate Entlohnung. Dies hat erhebliche Konsequenzen für die Attraktivität des Berufsfeldes, insbesondere für die Gewinnung von Nachwuchskräften. Hinzu kommt die Verdrängung qualifizierter Arbeit durch die Anstellung An- und Ungelernter als eine weitere Auswirkung von Personalstrategien in Zeiten knapper Kassen. Nur wenige Einrichtungen sind bisher in der Lage, inner- und zwischenbetriebliche Strukturveränderungen und Modernisierungskonzepte zu realisieren, um ihre wirtschaftliche Effizienz zu erhöhen und ihre Leistungen zu verbessern.

Effizienz, Qualität und Transparenz werden künftig zu wichtigen Wettbewerbsparametern in der Gesundheitswirtschaft. Bedingt durch die demographische Entwicklung wird ein Nachfrageanstieg nach gesundheitsbezogenen Leistungen erwartet. Zum einen wird mit der zunehmenden Alterung der Bevölkerung die Nachfrage nach ambulanten und stationären Pflegedienstleistungen sowie gerontopsychiatrischer Behandlung kontinuierlich steigen. Zum anderen trägt das wachsende Gesundheitsbewusstsein vieler Menschen dazu bei, dass sich die Gesundheitswirtschaft zu einem Wachstumsmarkt entwickeln wird. Patienten werden zu Kunden, die für ihr Geld hochwertige Dienstleistungsangebote erwarten. Mit dieser Nachfrageentwicklung wird auch der Fachkräfte- und Qualifizierungsbedarf rasant steigen. Insbesondere an der Schnittstelle zwischen ambulanter und stationärer sowie häuslicher Versorgung werden neue Tätigkeitsfelder sowie neue Arbeits- und Qualifikationsanforderungen entstehen. 

Die besonderen Wachstumspotenziale der Gesundheitswirtschaft basieren also auf Entwicklungstrends, die sich bei Angebot und Nachfrage in den letzten Jahren herausgebildet haben. Zum einen zeigt sich ein wachsender gesundheitsbezogener Unterstützungsbedarf, der durch neue medizinische, medizinisch-technische Entwicklungen und pflegewissenschaftliche Fortschritte ergänzt werden kann. Zum anderen nimmt die Nachfrage nach Gesundheitsprodukten und -leistungen deutlich zu, wie etwa in den Bereichen Wellness und Lifestyle. 

Eine wichtige Voraussetzung um den neuen Anforderungen gerecht zu werden, sind gut qualifizierte und motivierte Beschäftigte. Der Aktualisierung und Erweiterung von Kompetenzen der Beschäftigten kommt dabei in der strategischen Unternehmensplanung eine ebenso wichtige Rolle zu wie der Gestaltung der Arbeit selbst. Wo jetzt die Arbeit – gerade im Pflegebereich -  gekennzeichnet ist durch hohe körperliche und psychische Belastungen müssen bessere Arbeitsbedingungen, effektivere Arbeitsprozesse und eine größere Vereinbarkeit von Familie und Beruf geschaffen werden.

Ziele des MASGF

Das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Familie (MASGF) verfolgt mit der aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und Mitteln des Landes finanzierten Kampagne folgendes Hauptziel, dem die einzelnen Projekte Rechnung tragen müssen:

Neue Konzepte der Dienstleistungsentwicklung, Qualifizierung und Arbeitsorganisation fördern die Potentiale der Gesundheitswirtschaft in Brandenburg.

Die Zielstellung der Kampagne ist erreicht, wenn nach Beendigung der Projektförderung bei den Akteurinnen und Akteuren sowie bezüglich der Strukturen ihrer Zusammenarbeit die folgenden Teilziele realisiert wurden:

  1. Die Optimierung von Arbeitsabläufen in Verbindung mit der Qualifizierung von Mitarbeiter/-Innen verbessert die Arbeitssituation der Beschäftigten.
  2. In ausgewählten Unternehmen fördern flexible Konzepte der Personalentwicklung die berufliche Kompetenz und Motivation der Beschäftigten.
  3. Neue Konzepte der Ansprache, der Qualifizierung und der Gestaltung von Arbeitsplätzen eröffnen für bisher nicht in der Gesundheitswirtschaft Tätige neue Möglichkeiten der Beschäftigung.
  4. In ausgewählten Unternehmen verbessern Modelle flexibler Arbeits- und Arbeitszeitgestaltung die Arbeits- und Lebenssituation der Beschäftigten in der Gesundheitswirtschaft.
  5. Unterstützende Angebote bei der Strategie- und Produkt-/Dienstleistungsentwicklung einzelner und vernetzter Unternehmen stabilisieren und schaffen Arbeitsplätze in der Gesundheitswirtschaft.

   

Gefördert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Landes Brandenburg.

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