Zukunft gestalten für Brandenburgs Jugend an der 2. Schwelle
Beschäftigungs- und Qualifizierungsangebote für Jugendliche an der 2. Schwelle – zukunftsorientierte Beschäftigungsfelder in Unternehmen nutzen
Arbeitsmarktpolitische Zielstellung
Der Arbeitsplatzmangel in Brandenburg ist die Hauptursache für die hohe Arbeitslosigkeit insbesondere für die Zielgruppe der Jugendlichen an der 2. Schwelle. Qualifizierte Jugendliche drängen nach Abschluss ihrer Ausbildung auf den Arbeitsmarkt und finden nur schwer Beschäftigung. Sie verlassen deshalb Brandenburg und suchen sich eine Beschäftigung in wirtschaftlich stärkeren Regionen innerhalb oder außerhalb Deutschlands. Das sich zuspitzende Nachwuchskräfteproblem wird von vielen Unternehmen in seiner Tragweite noch nicht erkannt.
Die 5. INNOPUNKT-Kampagne setzte deshalb unmittelbar an der fehlenden Arbeitskräftenachfrage der Unternehmen und am Arbeitsplatzdefizit für junge Menschen an. Eine weitere Herausforderung ergab sich aus der Tatsache, dass in den meisten Fällen die herkömmliche Ausbildung eher angebotsorientiert erfolgt und weniger bedarfsorientiert auf die zukünftigen Arbeitsplätze ausgerichtet ist. Deshalb war es notwendig, sich durch eine entsprechende Projektgestaltung mit den jungen Leuten auf diese – im Vergleich zu den Ausbildungsinhalten auf unternehmerischer Ebene – entstandenen neuen Qualifikationsbedarfe einzustellen. mehr zu den Zielen...
Die anhaltende wirtschaftliche Stagnation und die veränderten arbeitsmarktpolitischen Rahmenbedingungen erschwerten die Umsetzung der sehr anspruchsvollen 5. INNOPUNKT-Kampagne.
Zu nennen sind hier u. a.:
- Weiterer Rückgang von verfügbaren Arbeitsplätzen,
- Bildung von Personal Service Agenturen (PSA) in Konkurrenz zu den vorhandenen Instrumenten der Arbeitnehmerüberlassung (ANÜ),
- Zusätzliche Kampagnen innerhalb des Programms "Jugend 2005“ wie die "Aktionen Jugend und Arbeit“ und "Einstiegsteilzeit“,
- Veränderungen in der Förderung der beruflichen Weiterbildung,
- Neue gesetzliche Bestimmungen zum Nichtverleih an das Bauhauptgewerbe.
Die vom MASGF mit der Projektsteuerung beauftragte LASA Brandenburg GmbH unterstützte die fünf Projektträger bei den notwendig gewordenen Anpassungen der Projektplanungen, die die Grundlage des Qualitätscontrollings innerhalb des INNOPUNKT-Programms sind.
Allgemeine Zielerreichung und Bewertung der Ergebnisse
Die unter diesen Bedingungen erreichten Projektergebnisse sind beachtenswert.
961 Jugendliche und 466 kleine und mittlere Unternehmen (KMU) wurden in den eingerichteten Arbeitnehmer- und Arbeitgeberpools begleitet. Es konnten 339 Qualifizierungen umgesetzt und 246 zusätzliche Arbeitsplätze erschlossen werden. Für die Projektdurchführung waren besonders die Netzwerke erfolgreich, in denen Akteure aus Wirtschaft, Bildung, Wissenschaft und Arbeitsförderung zusammen wirkten.
Die Ermittlung des vorhandenen Bedarfs an jungen Fachkräften in den KMU wurde oft durch eine unterstützende Personal- und Organisationsberatung begleitet. Die ermittelten konkreten Einstellungsanforderungen wurden durch die Entwicklung und Umsetzung darauf aufbauender Qualifizierungsmodule begleitet. In vielen Fällen waren dazu ein persönliches Matching und begleitendes Coaching in Form von Hilfe zur Selbsthilfe notwendig. Grundlage eines erfolgreichen Matchings ist ein ganzheitlicher Ansatz mit mehreren Arbeitsschritten. Bestandteile sind die Früherkennung des spezifischen Qualifizierungsbedarfs, das Auffinden des passenden Bewerbers und die zeitnahe Qualifizierung in Modulform.
Nachhaltigkeit/ Ergebnistransfer
Als Methoden und Wege zur Erschließung zusätzlicher Beschäftigungspotentiale haben sich projektübergreifend besonders bewährt:
- bedarfsorientierte Zusatzqualifikationen,
- flexible Arbeitszeitmodelle kombiniert mit dem Angebot Praktika außerhalb Brandenburgs zu absolvieren,
- Arbeitsplatz-Matching durch Nutzung unterschiedlicher Varianten von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberpools, ergänzt durch komplexe Beratungs- und Dienstleistungsangebote.
Ausgewählte nachhaltige projektspezifische Vorhaben werden auch weiterhin durch die LASA im Rahmen ihrer Beratungstätigkeit mit dem Ziel begleitet, eine größere Übertragbarkeit der Instrumente sicherzustellen. Gerade "Nachwuchskräfte-Pools“ und "Arbeitgeberzusammenschlüsse" erscheinen als probate Instrumente, die zur Sicherung des Fachkräftebedarfs insbesondere kleiner und mittlerer Unternehmen beitragen können. Sie sollten daher durch Umsetzungsorientierte Aktivitäten des Landes unterstützt werden.





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