Die Fachkräftebedarfsanalysen in den Regionalen Wachstumskernen wurden zusammen mit den Regionalen Partnern und den Forschungsinstituten innerhalb eines engen Zeitrahmens erfolgreich umgesetzt.

 

1.      Aktivierung und Stärkung regionaler Netzwerke zur Fachkräftesicherung

Durch den hohen Abstimmungsbedarf in der Planungs- sowie in der Umsetzungsphase der Analyse kam es sowohl zu einer Intensivierung des Informationsaustausches zwischen den Akteuren auf Landkreisebene sowie auf kommunaler Ebene, als auch zur Entwicklung gemeinsamer Umsetzungsmaßnahmen. Die während eines solchen Projektes auftretenden Reibungspunkte mündeten im Rahmen regelmäßig stattfindender Abstimmungsrunden in konstruktive Lösungsvorschläge. Vor allem hinsichtlich der weiteren Arbeit mit den Ergebnissen der Fachkräftebedarfsanalysen konnten Strukturen gestärkt und Verbindlichkeiten für die einzelnen regionalen Akteure festgelegt werden. So wurden beispielsweise Expertenrunden zu den verschiedensten Problemfeldern der Fachkräftesicherung ins Leben gerufen, an denen die unterschiedlichsten regionalen Arbeits- und Wirtschaftsakteure (Kammern, Agenturen für Arbeit, Wirtschaftsförderung, LASA etc.) teilnehmen und konkrete Maßnahmen planen.

Im Regionalen Wachstumskern Spremberg soll ein Beratertag durchgeführt werden, an dem Unternehmen die Möglichkeit haben, alle wichtigen Akteure und Institutionen gemeinsam anzutreffen und konkrete Fragen stellen können. Im Regionalen Wachstumskern Neuruppin wurde als Ergebnis der Fachkräftebedarfsanalyse eine Veranstaltungsreihe initiiert, die sich der verschiedenen Thematiken der Fachkräftesicherung im Rahmen von Fachforen annimmt. Auch hier sind alle wichtigen Wirtschafts- und Arbeitsmarktakteure vertreten.

Als positives Ergebnis der Studien wurde von Seiten der Regionalen Wachstumskerne vor allem die gemeinsame Initiierung von Handlungsmaßnahmen genannt. Der Projektverlauf setzte einen Netzwerksprozess in Gang, der die einzeln agierenden Akteure auf eine gemeinsame Zielrichtung zusammenführte. Dadurch konnte die Identifizierung der Partner mit den Ergebnissen der Analyse sowie die Umsetzung der Handlungsmaßnahmen deutlich verstärkt werden.

 

2.      Entwicklung und Erprobung eines originären Forschungsdesigns für regionale Fachkräftebedarfsanalysen und die Initiierung eines längerfristigen Fachkräftemonitorings

Im Laufe der Unternehmensbefragungen wurde deutlich, dass der komplizierte Projektaufbau entscheidend zum Projekterfolg beitrug. Die erreichten Ausschöpfungsquoten verdeutlichen, dass die Einbeziehung regionaler Akteure in die Unternehmensbefragung auch bei der regionalen Wirtschaft sehr positiv aufgenommen wurde. Gleichzeitig werden die Akteure vor Ort befähigt, solche Analysen in den nächsten Jahren selbständig vornehmen zu können. Da Unternehmensbefragungen immer nur eine Momentaufnahme der betrieblichen Situation darstellen, ist es in punkto Fachkräftesicherung unabdingbar, die regionale Fachkräftesituation in regelmäßigen Abständen zu eruieren, um im Bedarfsfall rechtzeitig tätig werden zu können.

Die Analyse der Fachkräftebedarfe wurde in den meisten Regionalen Wachstumskernen fest in die Jahresplanung aufgenommen. Der Regionale Wachstumskern Spremberg will solche Unternehmensbefragungen im Abstand von zwei Jahren wiederholen. Die Regionalen Wachstumskerne Neuruppin sowie Wittenberge/Perleberg/Karstädt speisen die Ergebnisse der Analysen in eine Datenbank ein, die ebenfalls in einem Rhythmus von 12 bis 18 Monaten aktualisiert werden soll.

 

3.      Generierung von Arbeitsmarktdaten und die Erarbeitung konkreter Ergebnisse bzgl. der regionalen Fachkräftesituation und der regionalen Handlungsmöglichkeiten zur Fachkräftesicherung

Die Ergebnisse der Fachkräftebedarfsanalysen, die im Dezember 2008 und Januar 2009 der Öffentlichkeit vorgestellt wurden, zeigen, dass auf Basis solcher kleinteiligen Befragungen sowohl regionale als auch sektorale Unterschiede identifiziert werden können.  Die Analysen liefern eine Reihe von Hinweisen, mit welchen Problemen und Hindernissen Unternehmen in punkto Fachkräftesicherung in den verschiedenen Regionen Brandenburgs konfrontiert sind und bieten somit Ansätze für eine gezielte regionale Arbeits- und Wirtschaftsförderung.

So zeigte sich, dass die Mehrheit der Befragten in den nächsten zwei Jahren konstante bis steigende Beschäftigtenzahlen erwartet. Trotz dieser positiven Aussichten schätzen die meisten Unternehmer die eigene Branchenentwicklung insgesamt jedoch eher kritisch ein. Ein Wachstum ist aus Sicht der Unternehmer in den meisten Fällen nur über Marktverdrängung oder Markterweiterung möglich. Sowohl für das Management als auch für die Beschäftigten geht diese Entwicklung mit einem deutlichen Anstieg der Qualifizierungsanforderungen sowie der vermehrten Nachfrage von Spezialkenntnissen und damit der Notwendigkeit zur Weiterbildung einher. Die Unterstützung der regionalen Unternehmen bei der Aus- und Weiterbildung der Beschäftigten sollte somit ein zentraler Baustein der Wirtschaftsförderung sein.

Das Thema Fachkräftesicherung ist in vielen untersuchten Unternehmen bereits präsent: Bspw. unbesetzte Stellen und Probleme bei der Personalakquise sowie überalterte Belegschaftsstrukturen und Schwierigkeiten bei der Lehrstellenbesetzung. Diese Schwierigkeiten werden sich in den nächsten Jahren weiter verschärfen, da sich die Nachwuchssituation aufgrund der demografischen Entwicklung deutlich verschlechtern wird. Um den zukünftigen Fachkräftebedarf decken zu können, müssen Unternehmer frühzeitig reagieren.

Zukünftig ist es überlebensnotwendig, auch andere Quellen der Personalakquise zu nutzen und engere Verbindungen zu Schulen und Hochschulen zu knüpfen, um den Fachkräftenachwuchs zu sichern. Eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit, die vor allem Jugendliche im Rahmen der Berufsfrühorientierung in den Blick nimmt, ist unbedingt notwendig, um den Nachwuchs rechtzeitig zu sichern.

Diese Problematik haben die Akteure in den Regionalen Wachstumskernen erkannt. Spremberg erstellt auf der Internetplattform www.berufsorientierung-brandenburg.de eine Ausbildungsbroschüre, in der alle Unternehmen des Regionalen Wachstumskerns mit den entsprechenden Ausbildungsprofilen dargestellt sind. Auch der Regionale Wachstumskern Luckenwalde hat bereits eine solche Ausbildungsbroschüre erstellt. Die Regionalen Wachstumskerne Neuruppin und Perleberg/Wittenberge/Karstädt planen ebenfalls eine Unternehmensplattform, die regionale Unternehmen vorstellt und über deren Ausbildungsberufe informiert. Diese Seite soll mit der Internetplattform Schule-Wirtschaft verknüpft werden, die Praktikums- und Ausbildungsplätze im Landkreis Ostprignitz-Ruppin vermittelt.

Mit Hilfe der Fachkräftebedarfsanalysen konnten die regionalen Akteure in den Wachstumskernen eine Reihe von Handlungsansätzen identifizieren, die im Lauf der nächsten Monate Eingang in konkrete Umsetzungsmaßnahmen finden werden. Das Projekt Regionalbüros für Fachkräftesicherung ist in die Folgevorhaben eingebunden und auch der Arbeitsbereich Fachkräftemonitoring steht weiterhin als Projektpartner zur Verfügung.