Ergebnisziel der Kampagne erreicht
Abschlussbericht der Evaluation, Dr. Ulla Große, Dr. Martina Brandt, Technische Fachhochschule Wildau
Der INNOPUNKT-Kampagne 11 kann ein erfolgreicher Verlauf bescheinigt werden. Die Modellprojekte haben den Beweis erbracht, dass auch Jugendliche mit schlechten Startchancen am Übergang Schule / Ausbildung durch entsprechende Unterstützungsangebote einen verbesserten Zugang zu betrieblicher Ausbildung in Brandenburg finden. Dabei wurde eine Reihe von Maßnahmen und Instrumenten zur Berufsorientierung und Ausbildungsvermittlung mit unterschiedlichem Raumbezug (in großen und kleinen Städten, im ländlichen Raum) erfolgreich erprobt („good practice“).
Während der Projektlaufzeit wurden 518 benachteiligte Jugendliche in eine Ausbildung vermittelt, davon entsprachen 404 Ausbildungsverträge den Projektvorgaben (vgl. Kap. 1). Zum Anteil der vermittelten Mädchen liegen keine Zahlen vor. Es wurden 1.400 Unternehmen für die Thematik der Ausbildung benachteiligter Jugendlicher sensibilisiert und 417 TeilnehmerInnen ein Praktikum vermittelt, dies waren wesentliche Faktoren für die erfolgreichen Bewerbungen.
Die Modellprojekte belegen, dass Jugendliche mit schlechten Startchancen durch eine qualifizierte Betreuung in ein breites Berufespektrum vermittelt werden können. Bereits die Befragung der bis zum Februar 2005 Vermittelten ergab für Mädchen 19 und für Jungen 35 verschiedene Ausbildungsberufe in mehr als 11 Branchen, wobei das Sozial- und Gesundheitswesen, Handel, Land- und Forstwirtschaft, KFZ und Handwerk dominierten.
Die erzielten Ergebnisse verdienen besondere Beachtung vor dem Hintergrund des dramatischen Mangels an betrieblichen Lehrstellen6, der die gesamte Projektarbeit überlagerte. Sie erlangen auch angesichts der demografischen und der Fachkräfte-Entwicklung im Land Brandenburg besonderes Gewicht.
Wesentliche Beiträge zum Wirkungsziel der Kampagne
Die Modellprojekte leisteten wesentliche Beiträge, um die Kooperation regionaler Akteure zur Eingliederung benachteiligter Jugendlicher in betriebliche Ausbildung in den beteiligten acht Landkreisen und zwei kreisfreien Städten auszubauen und zu optimieren. So konnten zahlreiche Promotoren für die Vermittlung Benachteiligter in betriebliche Ausbildung gewonnen, das mögliche Leistungsspektrum zur Vermittlung benachteiligter Jugendlicher durch die Inanspruchnahme externer Dienstleistungen und Sponsoring verbreitert und durch vielfältige Arbeitskontakte mit Schulen, Wirtschaftsakteuren, Agenturen für Arbeit, ARGEn, Optionskommunen, Jugendämtern und -einrichtungen in ganz Brandenburg tragbare Wege der Kooperation, aber auch Schnittstellen mit weiterem Klärungsbedarf aufgezeigt werden.
Die Handlungsspielräume zur Etablierung tragfähiger Arbeitsbeziehungen waren allerdings begrenzt angesichts der zeitlichen Befristung der Projekte und des bestehenden Klärungsbedarfes zum Schnittstellenmanagement der Träger von SGB II, SGB III und SGB VIII (vgl. Kap. 4.2). Eine Einbindung der Modellprojekte in die Arbeitskreise „Schule-Wirtschaft“ konnte in der Projektlaufzeit nicht in gewünschtem Maße erreicht werden. Die Tatsache, dass die Arbeitskreise regional sehr unterschiedlich intensiv agieren und in den Projektregionen noch nicht flächendeckend vorhandenen waren sowie die zeitliche Befristung der Projekte sind als Ursachen dafür anzusehen.
Als besondere Rahmenbedingung für die Ergebnisbewertung des Wirkungsziels ist zu berücksichtigen, dass in der Laufzeit der Kampagne die ARGEs bzw. Optionskommunen meist noch nicht ihre volle Arbeitsfähigkeit erreicht hatten und teilweise deren besondere Betreuungsangebote für unter 25-Jährige noch nicht etabliert waren.



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