Innopunkt Handlungsempfehlung 6

Frauen in aussichtsreiche Männerberufe

Noch immer sehen sich Frauen in komplexen technischen Berufen mit einer geringen Akzeptanz seitens vieler Arbeitgeber konfrontiert. Der allgemeine Verweis auf zahlreiche Beispiele von erfolgreichen Frauen auch in solchen Berufen hat daran bislang wenig ändern können. Diese Vorbehalte können nicht durch noch so gute Argumente, sondern nur durch positive Erfahrungen ausgeräumt werden. Arbeitgeber müssen weibliche Fachkräfte und ihre Qualifikationen kennen lernen. Gut vorbereitete Dialogveranstaltungen und Praktika können solche Chancen bieten.

Darüber hinaus zeigen die Erfahrungen der INNOPUNKT-Kampagne, dass Frauen häufig Berufsabschlüsse haben, die ihre Beschäftigungschancen einschränken. Grund dafür ist, dass Mädchen und junge Frauen häufig Berufe mit eingeschränkten Zukunftsperspektiven wählen. Diesen Berufswahlmustern kann nur mittel- und langfristig begegnet werden. Der erste Schritt muss eine frühzeitige, systematische und flächendeckend verankerte Berufs- und Studienorientierung aller SchülerInnen im Land Brandenburg sein. Diesbezüglich wichtige Einzelinstrumente sind weitgehend bekannt, müssen jedoch verpflichtender Bildungs- und Erziehungsauftrag der allgemein bildenden Schule sowie Bestandteil der Aktivitäten Dritter, insbesondere der Wirtschaft und der Unternehmen werden. Die aus ESF-Mitteln unterstützte Initiative Oberschule (IOS) des Brandenburger Bildungsministeriums ist ein guter Ansatz. Wichtig sind in diesem Zusammenhang aber auch mehr weibliche Vorbilder.