Konzeption und Ziele der Fachkräftebedarfsanalysen in den Regionalen Wachstumskernen

Die Idee, Fachkräftebedarfsanalysen in einem Gemeinschaftsprojekt mit den regionalen Akteuren vor Ort durchzuführen, entstand als Ergebnis einer erfolgreichen Pilotstudie in der Stadt Luckenwalde im Jahr 2007. Durch den engen Kontakt der Wirtschaftsförderung zu den regionalen Unternehmen konnte im Rahmen einer Unternehmensbefragung eine Ausschöpfungsquote von 45% erreicht werden. Die aus der Unternehmensbefragung gewonnene Ergebnisse konnten durch die Einbeziehung aller regionalen Arbeits- und Wirtschaftsakteure in konkrete Handlungsmaßnahmen umgesetzt werden. Zu nennen wären bspw. Umschulungsmaßnahmen, eine Ausbildungsbroschüre oder eine Plakatkampagne.

Dieses Projektdesign sollte im Rahmen weiterer Studien auf andere Regionen Brandenburgs übertragen und um eine Initiierung eines längerfristigen Fachkräftemonitoring im Rahmen des Projekts Regionalbüros für Fachkräftesicherung erweitert werden. Die Fachkräftebedarfsanalysen sollten somit in erster Linie ein Instrument der regionalen Arbeits- und Wirtschaftsförderung sein.

Durch die Fachkräftebedarfsanalysen in den RWK sollen folgende Ziele erreicht werden:

  1. Aktivierung regionaler Arbeitsmarktstrukturen und Stärkung der regionalen Netzwerke zur Fachkräftesicherung
  2. Entwicklung und Erprobung eines originären Forschungsdesigns für regionale Fachkräftebedarfsanalysen und damit die Initiierung eines längerfristigen Fachkräftemonitorings
  3. Generierung von Arbeitsmarktdaten und damit die Erarbeitung konkreter Ergebnisse bzgl. der regionalen Fachkräftesituation und der regionalen Handlungsmöglichkeiten zur Fachkräftesicherung

Die Projekterfahrung hat gezeigt, dass in der Aktivierung regionaler Arbeitsmarktstrukturen die wesentliche Stärke bisheriger Fachkräftebedarfsanalysen lag. Defizitär war hingegen die analytisch-interpretative Aufbereitung der erhobenen bzw. vorliegenden Daten. Um hier Abhilfe zu schaffen, war vorgesehen, wissenschaftliches Know-how zur Verfügung zu stellen.

Aufgrund dieser Erfahrung wurden Kooperationsprojekte konzipiert, bei denen die Akteure vor Ort einen wesentlichen Teil der Projektumsetzung - etwa Durchführung von Betriebsbefragungen - übernehmen und die Datenanalyse wissenschaftlichen Experten überlassen wird. Die Unterstützung der LASA Brandenburg GmbH richtete sich entsprechend der Landespolitik primär an die Regionalen Wachstumskerne, wobei eine regionale Ausweitung der Analysen unter Wahrung des RWK-Bezugs möglich war. Die finanzielle Unterstützung aus ESF- und Landesmitteln belief sich auf maximal 15.000 EUR je Studie unter der Voraussetzung einer 50% Beteiligung der Akteure vor Ort.