Mobilitätszuwachs ohne Ende?

Pendlerbewegungen und regionale Arbeitsmärkte in Brandenburg

LASA-Studie, Nr. 35

Karsten Schuldt

Titelseite von Mobilitätszuwachs ohne Ende? Pendlerbewegungen und regionale Arbeitsmärkte in Brandenburg

Der Brandenburger Arbeitsmarkt wird im Ergebnis der Pendlerströme von und nach anderen Bundesländern auch weiterhin entlastet. Die nach mehrjähriger Pause von der LASA in Auftrag gegebene Untersuchung belegt zum Stichtag 30.06.1998 einen Arbeitsmarktentlastungseffekt von 6 Prozent. Er liegt damit geringfügig höher als noch im Jahr 1994 (5,1 Prozent).

Nach wie ergibt sich der Großteil der Entlastung durch die im Saldo positive Pendlerbilanz mit dem Land Berlin. Dennoch hat die Bewegung in beiden Richtungen zugenommen. Dabei ist der Arbeitsmarkt in der Hauptstadt naturgemäß vor allem für das Berliner Umland interessant.

Die Ergebnisse der Untersuchungen reflektieren damit mehr und mehr den Suburbanisierungsprozess der Hauptstadtmetropole. Viele Berliner pendeln nach Brandenburg infolge von Betriebsstättenverlagerungen der letzten Jahre. Andererseits tauchen viele ehemalige Berliner, die ihren Wohnsitz in eine der vielen Umlandgemeinden verlegt haben, mit ihren täglichen Fahrten zum Berliner Arbeitsort jetzt als Brandenburger Pendler in der Statistik auf.

Die Untersuchung belegt anhand des Vergleichs mit anderen Ballungszentren, dass die Verflechtungen des Berliner und Brandenburger Arbeitsmarktes trotz der zunehmenden Dynamik noch weit von einer anderswo bereits erreichten Normalität entfernt sind. Sie bezieht erstmals auch die Aspekte von Qualifikationsebenen und der Branchenverteilung in die Betrachtungen ein. Zudem bricht ein ausführlicher Tabellenanhang die Effekte des Pendlerverhaltens auf die einzelnen Landkreise herunter und dient als Grundlage für die Identifizierung der sich unter diesem speziellen Gesichtspunkt herausbildenden Arbeitsmarktregionen.