Innopunkt Ergebnisse der Kampagne

Überlegungen zur Weiterführung der Vermittlung von Jugendlichen mit „schlechten Startchancen"

Matthias Vogel, LASA Brandenburg GmbH

Die folgenden Eckpunkte sollten Bestandteil eines integrierten Ansatzes zur Förderung von Jugendlichen mit schlechten Startchancen sein. Jugendliche dieser Gruppe haben oft keine Chance, unter den vergleichsweise komplizierten Rahmenbedingungen auf dem Ausbildungsmarkt, einen Ausbildungsplatz zu erhalten. Diese Benachteiligung gilt insbesondere für Jugendliche, die in Familien leben, deren Eltern Hartz IV – Empfänger sind. Ebenso sind Jugendliche betroffen, die ihre Elternhäuser verlassen haben und selbst durch die Hartz IV-Gesetzgebung von den ARGEN oder den Ämtern für Grundsicherung der optierenden Landkreise entsprechend ihres gesetzlichen Anspruches unterhalten werden müssen.

Die individuelle Betreuung und Begleitung dieser Jugendlichen im Rahmen von Projekten hat sich seit Beginn der Innopunkt-11-Kampagne als sehr hilfreich für die Vermittlung von Jugendlichen in Ausbildungsplätze erwiesen. Die Jugendlichen mit „schlechten Startchancen“ benötigen infolge ihrer  großen Probleme eine wesentlich höhere Motivation zum Abschluss der Schule und beim Finden eines Ausbildungsplatzes. Ohne das Einwirken professioneller sozialpädagogischer BetreuerInnen haben sie kaum eine Chance.

  • Bildung von Netzwerken
    Wenn Jugendliche mit „schlechten Startchancen“ in eine Ausbildung vermittelt werden sollen, erfordert dies ein längerfristig existierendes Netzwerk. Kurzfristige Wechsel der AnsprechpartnerInnen sind für eine erfolgreiche Arbeit mit diesen Jugendlichen kontraproduktiv. Eine erfolgreiche Betreuung der Jugendlichen mit „schlechten Startchancen“ ist in der Regel nur über einen längeren Zeitraum möglich.
  • Projektträger mit regionalem Bezug
    Ein entscheidender Faktor zur erfolgreichen Vermittlung Jugendlicher mit „schlechten Startchancen“ in eine betriebliche Ausbildung besteht in der Nutzung/Einbindung von Trägern aus der Region. Ohne den regionalen Bezug, die Projektträgerkompetenz, sind die notwendigen Aufgaben der Unternehmensakquise aber auch bei der Betreuung, Qualifizierung, Vermittlung entsprechender sozialer Kompetenzen, wie Pünktlichkeit, Genauigkeit, Ordnung etc. nur mit  Effizienzverlusten zu realisieren.
  • Kosten für die Vermittlung der Jugendlichen
    Die erfolgreiche Vermittlung von Jugendlichen mit „schlechten Startchancen“ ist als ein Prozess zu verstehen, in dessen Verlauf die vorher nicht existierenden spezifischen Rahmenbedingungen zur Vermittlung in Ausbildung geschaffen werden müssen. Dies sind u.a. die Betreuungs-, Informations- und Abstimmungsleistungen einerseits und Aktivitäten zum Aufschluss von Unternehmen andererseits. Die sich nach Auswertung aller Projekte ergebenden durchschnittlichen Brutto-Vermittlungskosten (incl. der geleisteten Eigenanteile der Träger) belaufen sich auf ca. 4.000,- € pro Jugendlichem.

Die gewonnenen Erfahrungen der Innopunkt 11 Kampagne wurden von der LASA analysiert. Im Rahmen der Auswertung wurde ein Vorschlag erarbeitet, der bei Anwendung durch interessierte Nutzer im Land Brandenburg eine nachhaltige Verstetigung und Erweiterung der Ergebnisse im Bereich der Vermittlung von Ausbildung in Unternehmen erwarten lässt.

Detaillierte Berechnungen sind im Konzept nachzulesen, das bei Bedarf von der LASA (Ansprechpartner Dr. Matthias Vogel matthias.vogel(at)lasa-brandenburg.de) gern per Mail zugesandt werden kann.
Interessierte Landkreise, kreisfreie Städte, ARGEN und Ämter für Grundsicherung, Sozial- und Jugendämter können bei Bedarf alle oder auch einzelne Elemente des vorzustellenden Konzeptes für sich nutzen. Damit besteht die Möglichkeit, das inhaltlichen Grundanliegen der bisherigen Innopunkt-11-Kampagne regional anzuwenden bzw. zu erweitern.