Bewertung der ESF-Förderung durch Evaluation
Hat das Operationelle Programm seine Ziele erreicht?
Die Aufgabe ist umfassend: Etwa 60 Einzelförderungen sind in der fachlichen Verantwortung von sechs Ministerien bislang unter dem Dach des aktuellen Operationellen Programms (OP) - 2007 bis 2013 - versammelt. Werden die arbeitspolitischen Ziele, die mit diesen ESF-geförderten Maßnahmen in Brandenburg verfolgt werden, erreicht? Welche Wirkungen lassen sich feststellen und wie kann die Qualität der Förderaktivitäten weiter verbessert werden? Um solche Fragen beantworten zu können, hat das Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie Anfang 2010 eine begleitende Evaluation beauftragt.
Die Evaluation wurde vom Institut für Strukturpolitik und Wirtschaftsförderung (isw) durchgeführt, das Ende Oktober 2011 den Endbericht vorgelegt hat.
Die Evaluation konzentrierte sich auf den Zeitraum 2007-2010. Sie bewertet den Stand der OP-Umsetzung etwa zur Halbzeit der aktuellen ESF-Förderperiode. Basierend auf einem ersten Überblick über das Brandenburger Operationelle Programm wurden zwischen Mitte 2010 und 2011 alle Einzelprogramme (von der Richtlinie ‘Kompetenzentwicklung in KMU’ bis zur INNOPUNKT-Initiative ‘Geringqualifizierte’) eingehend untersucht.
Im Mittelpunkt standen dabei der Umsetzungsstand, Zielerreichung und Wirksamkeit der Förderungen im Rahmen des OP. So wurde u. a. danach gefragt, welchen Förderbedarf Fachreferate und Bewilligungsstellen im Bereich der jeweiligen ESF-Programme identifiziert haben und inwieweit diese Programme zur Erreichung der im OP formulierten Ziele beigetragen haben.
ESF nutzt Brandenburger Zielgruppen
Das Brandenburger OP verfolgt verschiedene strategische Ziele. Das - gemessen am Budgetanteil - mit Abstand bedeutsamste ist dabei die Verbesserung der (kontinuierlichen) Bildungsbeteiligung (STZ 1). Für die Erreichung dieses Ziels wurden bis Ende 2010 sogar mehr Mittel bewilligt als ursprünglich geplant. Dies ist vor allem auf Programme zur Sicherung der Erstausbildung zurückzuführen, aber auch auf Qualifizierungsmaßnahmen für Arbeitslose und Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsmarktchancen benachteiligter Jugendlicher.
Die Wirkungen dieser Förderungen sind deutlich erkennbar. So hat etwa das Ausbildungsprogramm Ost (APRO) in Brandenburg in den vergangenen Jahren einen wesentlichen Beitrag zur Schließung der ‚Ausbildungsplatzlücke‘ geleistet. Das APRO hat in erheblichem Umfang Jugendlichen mit niedrigen Schulabschlüssen und beträchtlichen Übergangsschwierigkeiten an der 1. Schwelle eine Ausbildungsperspektive eröffnet; bezogen auf die Zahl der Abschlüsse errechnet sich eine Erfolgsquote von rund 80 Prozent.
Aber auch kleinere Programme, wie etwa das Programm des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport ‚Berufspädagogische Maßnahmen in der Jugendhilfe‘, leisten einen erfolgreichen Beitrag zur individuellen Entwicklung der Teilnehmenden und unterstützen sie dabei, in eine berufliche Ausbildung oder Erwerbstätigkeit integriert zu werden.
Bislang wurden im Rahmen des Operationellen Programms fast 5.500 Projekte mit mehr als 304.000 Teilnehmenden gefördert. Alle Förder-ansätze leisten ihre je eigenen Beiträge zur Realisierung der übergeordneten OP-Ziele. Die strategischen Schwerpunkte werden entsprechend der Festlegungen im OP umgesetzt, die geplanten Teilnehmerzahlen werden überwiegend erreicht.
Die Evaluation des OP hat neben vielen Erfolgen aber auch Verbesserungsmöglichkeiten festgestellt und Hinweise darauf gegeben, wie einzelne Programme zukünftig weiterentwickelt werden könnten. So wurden zum Beispiel Potenziale zur Bündelung von Förderungen identifiziert und Vereinfachungen der Antrags- und Abrechnungsverfahren vorgeschlagen.
Dr. Anne Schüttpelz, MASF



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