Prisma - Nr. 6/2011

Damit junge Frauen auch im Land Karriere machen können

Das Programm Einstiegszeit fördert weibliche karriereorientierte Berufseinstiege

Seit 2011 sollen mit der Einstiegszeit für junge Frauen karriereorientierte Berufseinstiege organisiert werden. Das heißt, der Berufseinstieg ist mit einer gezielten beruflichen Entwicklung zu verbinden. Doch was verbirgt sich dahinter? Am Beispiel von Katarina Friesecke, die erst mit dem Projekt motiviert wurde, eine berufliche Karriere in Brandenburg zu beginnen, soll die Frage beantwortet werden.

Katarina Friesecke mit einer jungen Patientin
Katarina Friesecke mit einer jungen Patientin

In Ziesar und Brandenburg a. d. H. liegen die Praxen, in der die Logopädin Katarina Friesecke arbeitet. In Rostock ist die Europäische Fachhochschule angesiedelt, bei der Friesecke ein berufsbegleitendes Studium absolviert, das sie in zwei Jahren mit dem Bachelor of Science abschließen will.

Die Doppelbelastung empfindet die junge Frau nicht als Belastung: „Ich arbeite ja in Teilzeit und habe meistens freitags frei, damit ich die Seminare an der Uni besuchen kann, die in der Regel am Wochenende stattfinden.“ Und obwohl Katarina Friesecke erst seit Oktober dieses Jahres studiert, hat sie bereits das Gefühl, von den Inhalten schon jetzt bei ihrer täglichen Arbeit zu profitieren.

Evaluation und Dokumentation

Die Logopädin soll sich auf Evaluationstechniken sowie die Recherche und Dokumentation von Therapieformen spezialisieren. Ihre Chefin, Antje von Witzleben, will sie nach dem Studium für diese Bereiche in ihren fünf Praxen einsetzen. Hintergrund für diese Spezialisierung ist, dass in den nächsten Jahren zertifizierte Behandlungsformen für die Logopädie verlangt werden. „Ähnlich wie in der Physiotherapie müssen dann meine Angestellten für bestimmte Therapieformen Qualifikationen nachweisen“, so Antje von Witzleben.

Zu den Aufgaben, die Katarina Friesecke übernehmen soll, gehört, dass sie bereits im Vorfeld vorbereitet, welche Therapieformen aktuell genutzt werden und welche bereits zertifiziert sind. Die junge Studentin freut sich auf diese Aufgabe, denn das sind die Inhalte, auf die sie sich auch im Studium konzentrieren will: „Ich bekomme dort Hinweise und Tipps, auf die ich sonst nicht gekommen wäre.“

Weitere Qualifizierungen, die für die Arbeit in der Logopädiepraxis notwendig und nicht Inhalt des Studiums sind, werden berufsbegleitend über das Projekt Einstiegszeit gefördert. Die Beratungsstelle der IHK-Projektgesellschaft aus Bad Belzig betreut auch den Karriereweg der jungen Frau bis zum Projektende 2013.

Qualitätssicherung

Als ein weiteres Aufgabengebiet hat die Praxischefin für Katarina Friesecke die Qualitätssicherung in ihren Praxen vorgesehen. „Sie soll beispielsweise schauen, welche Tests wir anwenden sollten, um Krankheitsbilder vergleichbarer machen zu können, denn dann ist eine Therapie auch effektiver“, so Praxisinhaberin von Witzleben.

Das Aufgabengebiet ist also klar umrissen und auch die berufliche Karriere ist vorgezeichnet. Und Katarina Friesecke vermittelt den Eindruck, dass sie sich nicht nur darauf, sondern auch auf den Weg dahin freut.  (em) 

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Einstiegszeit

Ziele des Programms:

  • Eingliederung von arbeitslosen Jugendlichen (bis zu 30 J.) mit abgeschlossener Berufsausbildung bzw. Hoch- und Fachschulabschluss in Brandenburger Unternehmen;
  • jährlich landesweit 700 Vermittlungen in Vollzeit und Teilzeit (davon 50 % Frauen) auf berufsadäquate und unbefristete Stellen (befristet mind. 12 Monate Beschäftigungsdauer), keine Vermittlungen in Leiharbeit,  Mindestlohn von 7,50 Euro pro Stunde (Arbeitnehmerbrutto);
  • Karriereentwicklung junger Frauen durch die Organisation karriereorientierter Berufseinstiege, mit verbindlichen Verabredungen der Unternehmen über berufliche Entwicklungsmöglichkeiten, für 10 % der vermittelten jungen Frauen;
  • Bindung von jungen Fachkräften an das Land Brandenburg;
  • Unterstützung von Unternehmen bei der Suche nach geeigneten jungen Fachkräften, von diesen Angeboten profitieren besonders Kleinstunternehmen; 
  • Stärkung der Kompetenzen von kleinen und mittleren Unternehmen in der Personal- und Organisationsentwicklung durch Beratung zu flexiblen Arbeitszeit- und Organisationsmodellen;
  • Beratung von jährlich landesweit 500 Unternehmen zu Fragen der Personal-und Organisationsentwicklung.

Sofern im Zuge der Einstellung junger Leute Qualifizierungen erforderlich sind, werden diese bis zu 70 % der Kosten gefördert. Auch Qualifizierungen im Ausland (EZ-International) sind förderfähig. Einstiegszeit wird durch die IHK-Projektgesellschaft mit folgenden Beratungszentren umgesetzt:

  • Region Süd/West:
    Cottbus, Senftenberg, Bad Belzig, Brandenburg a. d. H.
  • Region Nord/Ost:
    Neuruppin, Frankfurt (Oder), Oranienburg, Eberswalde, Schwedt/Oder, Rüdersdorf

Infos
Programm Einstiegszeit auf den Internetseiten der IHK-Projektgesellschaft mbH Ostbrandenburg

ESF-Logo Land BrandenburgDas Programm wird aus Mitteln des ESF gefördert.