Gemeinsam stark - Nr. 5/2012
Sozialpartnerdialog auf Tour

Sozialpartner im Dialog

Starke Gewerkschaften und Unternehmens- verbände sind Grundlage für gute Arbeits- bedingungen. Mit dem Sozialpartnerdialog will
das Land die Tarifparteien stärken.

Die Sozialpartnerschaft in Brandenburg

Starke Sozialpartner stärken den Standort. Brandenburg fördert ihren Dialog, damit sie gemeinsame Lösungen für gemeinsame Herausforderungen suchen. Ein Beitrag von Staatssekretär Prof. Dr. Wolfgang Schroeder.

Prof. Dr. Wolfgang Schroeder
„Diejenigen Unternehmen und Betriebe sind wettbewerbsfähiger und haben die attraktiveren Arbeitsbedingungen, die sich an Tarifverträge halten und über einen Betriebsrat verfügen“, Staatssekretär Professor Dr. Wolfgang Schroeder.

Liebe Leserinnen und Leser,

Brandenburgs Arbeitsmarkt steht gut da: Im August verzeichneten wir mit 9,7 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote seit 1990. Zugleich rangiert Brandenburg bundesweit bei der Bewertung der wirtschaftlichen Dynamik auf den vorderen Plätzen. Selbstverständlich ist eine weitere gute Entwicklung jedoch nicht, und diese positiven Marksteine dürfen auch nicht über die nach wie vor hohe Zahl arbeitsloser junger Menschen und Langzeitarbeitsloser oder etwa über die Lohn- und Produktivitätsdifferenzen im Ost-West-Vergleich hinwegtäuschen. Zudem: Nicht jede Arbeit ist auch ‚Gute Arbeit‘.

Diese ‚Gute Arbeit‘ ist auch zentraler Begriff der Brandenburger Sozialpartnerschaft, die im Dreiklang von Gewerkschaften (DGB), Arbeitgebern (UVB) und Landesregierung am 31. Mai 2011 besiegelt wurde. Durch die damals in der Potsdamer Staatskanzlei unterzeichnete ‚Gemeinsame Erklärung zur Stärkung der Sozialpartnerschaft‘ und vor allem durch deren konkrete Umsetzung soll die Handlungsfähigkeit der Tarifparteien gestärkt und die Tarifbindung Brandenburger Unternehmen und Beschäftigter erhöht werden.

„Tarifparteien stärken und Tarifbindung erhöhen.“

Denn in Brandenburg sind sowohl der Organisationsgrad der Beschäftigten als auch die Tarifbindung der Unternehmen verglichen mit westlichen Bundesländern deutlich geringer. Zudem sollen die Flächentarifverträge entsprechend den wirtschaftlichen, sozialen und demografischen Rahmenbedingungen weiterentwickelt und Fachkräfte in und für Brandenburg durch ‚Gute Bildung und Arbeit‘ gewonnen werden. Auf ‚Gute Arbeit‘, für die sich die Partner einsetzen, kommt es in Zukunft beim Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit des Landes an. Der demografische Wandel wirft seinen Schatten immer deutlicher voraus. Bis zum Jahr 2030 drohen in der Metropolenregion bis zu 460.000 Arbeitsplätze unbesetzt zu bleiben angesichts einer Abnahme der erwerbsfähigen Bevölkerung um etwa 30 Prozent. Die Fachkräftesicherung im Wettbewerb mit anderen Regionen wird somit zu einer der zentralen politischen Herausforderungen. Zusätzlich erwachsen aus der Alterung der Belegschaften neue Anforderungen an die Arbeitswelt. Auch die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie zur Kindererziehung oder Pflege hilfebedürftiger Angehöriger steht - berechtigt - immer häufiger auf dem Wunschzettel der Beschäftigten.

Die Landespolitik und die Tarifparteien sind gefordert, mit kluger und innovativer (Tarif-)Politik dem demografischen Wandel zu begegnen, die Attraktivität des Standortes Brandenburg zu erhöhen und letztlich den Fachkräftebedarf zu decken.

„Beim Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit des Landes kommt es zukünftig auf ‚Gute Arbeit‘ an.“

Vielerorts wird dies bereits praktiziert und Studien unterstreichen: Diejenigen Unternehmen und Betriebe sind wettbewerbsfähiger und haben die attraktiveren Arbeitsbedingungen, die sich an Tarifverträge halten und über einen Betriebsrat verfügen.

Frei nach dem Motto ‚Es gibt nichts Gutes, außer man tut es‘ gilt es jetzt, die Ärmel hochzukrempeln und durch gemeinsame Aktivitäten, vorbildliche Projekte oder die Verallgemeinerung vorhandener guter Ansätze den Wert einer gut funktionierenden Sozialpartnerschaft hervorzuheben. Sie ist wichtiger Teil, um Brandenburg fit für die Zukunft zu machen.

Dafür wünsche ich uns viel engagierten Gemeinsinn frei von Scheuklappen - dann wird uns das gut gelingen!

Ihr Prof. Dr. Wolfgang Schroeder

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