Durchlässigkeit im europäischen Vergleich
Projekt arbeitet mit der Peer-Review-Methde
Wie bereits in den letzten Ausgaben stellen wir auch in dieser Nummer ein Projekt zur Richtlinie ‚Transnationaler Wissens- und Erfahrungsaustausch‘ vor. In diesem Heft stellt sich das Projekt ‚Durchlässigkeit im europäischen Vergleich‘ vor. Es wird vom Forschungsinstitut Betriebliche Bildung gGmbH (f-bb) durchgeführt und endet im Juni 2012.
Arbeitspolitisches Problemfeld und Ziel des Projektes
Das f-bb-Projekt zielt darauf ab, Brandenburger Akteuren Handlungsempfehlungen zur Ausgestaltung der in Deutschland genutzten Verfahren für die Identifizierung und Anerkennung informell und non-formal erworbener Lernergebnisse bereitzustellen. Ausgangspunkt sind dabei Praktiken in anderen europäischen Ländern. Erkenntnisse aus Finnland, Tschechien, Österreich, Frankreich, der Schweiz und den Niederlanden werden auf ihre Tragfähigkeit für das Land Brandenburg hin analysiert. Da diese Verfahren darauf basieren, im Vornherein erworbene Kompetenzen sichtbar zu machen und anzuerkennen, kann damit die Durchlässigkeit zwischen und innerhalb von Bildungswegen entscheidend erhöht werden.
Input der transnationalen Partner
Die Erkenntnisse werden gewonnen, indem internationale Experten Fallbeispiele aus Brandenburg begutachten und aus der Sicht ihrer Länder Anregungen zur Lösung des in den Fallbeispielen beschriebenen Problems geben. Der Ergebnistransfer erfolgt durch Workshops und halbtägige Inhouse-Schulungen. In das Projekt eingebunden sind u. a.: Arbeitsagentur Neuruppin, bbw Bildungszentrum Frankfurt (Oder), Entwicklungsgesellschaft Energiepark Lausitz GmbH, Fachhochschule Brandenburg, DGB Berlin-Brandenburg e. V., IHK Potsdam und Unternehmerverband Berlin-Brandenburg.
Bisherige Bilanz
Die Ländervergleiche bringen unterschiedliche Erkenntnisse zum Vorschein. Ein Verfahren, welches auf Interesse stieß, ist die oberösterreichische Initiative ‚Du kannst was!‘. Erwachsenen, die über die nötige Praxiserfahrung - nicht aber über einen Berufsabschluss - verfügen, wird durch diese Initiative der nachträgliche Erwerb des Abschlusses ermöglicht. In Deutschland wird hierfür die Externenprüfung genutzt. Die Initiative aus Oberösterreich erprobt einen anderen Weg. Gemeinsam mit den Sozialpartnern wurde ein speziell auf die Bedürfnisse dieser Personengruppe zugeschnittenes Anerkennungsverfahren entwickelt. Interessant an diesem Ansatz ist, dass formale Prüfungen durch neue Formen der Kompetenzfeststellung ersetzt werden. Dies kommt Personen entgegen, die in Prüfungssituationen Schwierigkeiten haben, ihr Können zu beweisen. Aufgrund seines Erfolgs soll das Verfahren ausgeweitet werden.
Claudia Schmeißer (f-bb)




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