Akzente - Zehn Jahre Lotsendienste - Nr. 6/2011

Für junge Leute

Die Gründungswerkstätten

‚Ich bin denn mal Chef!‘ wirbt die Gründungswerkstatt ‚enterprise‘ auf ihrer Homepage. Seit 2004 unterstützen die Gründungswerkstätten in Brandenburg junge Leute dabei, sich selbstständig zu machen. In den Werkstätten arbeiten junge Menschen in Teams zusammen und bereiten ihre Selbstständigkeit vor.

Wer kann mitmachen?

Junge Leute mit abgeschlossener Berufsausbildung, aber ohne Berufserfahrungen, bis zum vollendeten 27. Lebensjahr, in Ausnahmefällen bis zu 30 Jahre, die erwerbslos sind oder von Arbeitslosigkeit bedroht sind.

Konzept

Gründungswerkstätten stellen Arbeits-, Trainings- und Kommunikationsräume zur Verfügung und bieten das gesamte Equipment, das erforderlich ist, um sich selbstständig zu machen. Gründerinnen und Gründer werden in Teams und/oder individuell betreut. Externe Mentoren helfen dabei, erste Aufträge zu akquirieren. Die Gründungswerkstätten arbeiten mit örtlichen Unternehmen und Institutionen sowie ehemals betreuten Gründern zusammen.

Angebote

Begleitung während des gesamten Gründungsprozesses, auch individuelles Coaching;

Beratung und Qualifizierung, beispielsweise zu Rechtsfragen und Marketing;

Zugang zu Mikrokrediten;

Unterstützung bei der Entwicklung anderer beruflicher Perspektiven, sofern von einer Gründung abgeraten werden muss.

Barbara Winde, MASF/(jac)

Infos
Die Gründungswerkstätten im Internet:

  • zukunft-lausitz auf den Internetseiten von PULS e. V.
  • young companies auf den Internetseiten der STIC Wirtschaftsfördergesellschaft Märkisch-Oderland mbH
  • enterprise auf den Internetseiten der iq consult gmbh

ESF-Logo Land BrandenburgDie Gründungswerkstätten werden aus Mitteln des ESF und des Landes gefördert.

Tragzeit

Gründerin Monique Reiter

Mit 20 Jahren bekam Monique Reiter ihre Tochter. Inzwischen hat sie drei Kinder, ein eigenes Unternehmen und beschäftigt eine Teilzeitkraft.

Ihrer heute achtjährigen Tochter verdankt Monique Reiter die Geschäftsidee. „Sie war ein Schreikind. Das hörte auf, als ich anfing, sie in einem Tragetuch bei mir zu tragen und sie immer stillte, sobald sie danach verlangte.“ Für sie steht fest: Das Leben ist so einfach, wenn Eltern auf ihr Bauchgefühl hören.

„Die fanden meine Idee toll“

Vor gut fünf Jahren ging sie mit ihrer Idee zur Gründungswerkstatt young companies. Sie wollte Eltern das Tragen ihrer Babys nahebringen und Stillberatung anbieten. „Die fanden meine Idee toll“, sagt sie. Und haben sehr geholfen. „young companies hat mir professionelle Leute an die Seite gestellt, Leute, die ständig gründen.“ Sie selbst mache ihre Arbeit mit „Bauch und Herz“. „Aber ich brauchte jemanden, der mir erklärt, wie eine Steuererklärung zu machen ist und was in meinen allgemeinen Geschäftsbedingungen stehen sollte.“

Die Stillberatung ist kostenlos

Zu der Trage- und Stillberatung sind längst ein Onlineshop und ein breites Kursangebot hinzugekommen. Monique Reiter bietet Nordic Walking für Mütter mit ihren Babys an oder einen Kurs, wie bei Babys die Beikost eingeführt wird. Die Stillberatung ist inzwischen kostenlos. „Der Shop und die Kurse laufen so gut, dass sie die Stillberatung mittragen und so jeder Stillberatung in Anspruch nehmen kann.“ Stillen sei so wichtig, Stillkinder seien so viel gesünder als Flaschenkinder.

Ihr Beruf ist, so scheint es, ihre Berufung. „Ich möchte noch mit achtzig Jahren Eltern und ihre Kinder begleiten“, sagt sie. Monique Reiter lebt in Biesenthal. Sie war eine der ersten hier, die ihre Kinder trug. „Vor acht Jahren war ich noch ein Alien zwischen Kinderwagen schiebenden Eltern. Inzwischen tragen ganz viele Eltern ihre Kinder“, erzählt sie.  (jac)

Infos
Internet: www.tragzeit.de


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Gründerin Monique Reiter