Lesezeichen - Nr. 6/2011

Pflege und Beruf

Cover der Studie

Studie zur Vereinbarkeit

Eine wachsende Zahl von Personen steht vor der Herausforderung, Beruf und Pflege von Angehörigen zu verbinden, was aufgrund der gegenwärtigen sozialpolitischen und betrieblichen Bedingungen nur bedingt gelingen kann. Außerdem ist bekannt, dass die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf überwiegend von Frauen geleistet wird. Ob in diesem Zusammenhang aber auch die Frage des sozialen Status eine Rolle spielt, ist Gegenstand der Untersuchung von Maren Preuß.

Die Autorin hat die Frage anhand zweier Milieus, dem liberal-bürgerlichen und dem traditionellen Unterschichtmilieu, untersucht. Sie kommt dabei zu folgendem Fazit:

  • Grundsätzlich sind Entscheidungsmuster eng an die in den untersuchten sozialen Milieus existierenden strukturellen und normativen Bedingungen gekoppelt.
  • Das liberal-bürgerliche Milieu verfüge über einen größeren Handlungsspielraum. Sowohl die Vereinbarkeit beider Lebensbereiche wie auch die Aufgabe der Pflege zugunsten des Berufs stellten Optionen dar.
  • Das Gegenteil sei im traditionellen Unterschichtmilieu der Fall. Hier gäbe es letztlich nur eine Handlungsoption - die Aufgabe des Berufs. Doch genau das führe diese gesellschaftliche Gruppe in massive finanzielle Abhängigkeiten und auch langfristig zu einem gesteigerten Armutsrisiko.  (em)

Bibliografische Angaben

Maren Preuß: Vereinbarkeit von Pflege und Beruf. Saarbrücken 2010,
ISBN: 978-3-639-28001-2,
Preis: 49,00 Euro.