Prisma - Nr. 6/2011

Qualifizierungen für Förderschulabsolventen

Vom Schülerpraktikum zur betrieblichen Berufsausbildung

Kevin Jarke hat es geschafft. Der Absolvent der Förderschule Seelow hat eine begleitete betriebliche Berufsvorbereitung und anschließend die begleitete Berufsausbildung im EDEKA-Markt Letschin durchlaufen. Diese hat er im Juli 2011 erfolgreich abgeschlossen. Dieses positive Beispiel ist Ergebnis des beruflichen Orientierungsrahmens ZEBRA-plus. Gleichzeitig ist es ein Bespiel dafür, dass Absolventen der Schulen mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt ‚Lernen‘ bei kontinuierlicher individueller Unterstützung motiviert und in der Lage sind, betriebliche Qualifizierungswege erfolgreich zu absolvieren.

Kevin Jarke präsentiert sein Facharbeiterzeugnis als Verkäufer, das er von Michael Völker, IHK Ostbrandenburg, erhalten hat.
Kevin Jarke präsentiert sein Facharbeiterzeugnis als Verkäufer, das er von Michael Völker, IHK Ostbrandenburg, erhalten hat.

Was ist nun die Besonderheit von ZEBRA-plus und welche Vorteile hat dieser Qualifizierungsweg?

An erster Stelle steht das Erkennen persönlicher Stärken. Da diese bei der Zielgruppe wesentlich in den praktischen Tätigkeiten zu finden sind, werden sie mit Wissen über Berufe und deren Anforderungsprofile gekoppelt. Im Ergebnis dieser Berufswegeplanungen werden dann Betriebe des erwerbswirtschaftlichen Arbeitsmarktes als Praxisplätze ausgesucht.

Ein Vorteil dieser ‚betrieblichen Schiene‘ ist, dass sich die oft festgefügten Berufswahlmöglichkeiten der unterstützten Ausbildung verbreitern lassen. So gibt es beispielsweise die zusätzliche Möglichkeit, den Beruf des Fahrradmonteurs oder des Landwirts zu ergreifen, anstatt im Maler- oder Holzbereich lernen zu müssen, weil dies die ‚klassischen Berufsfelder‘ der Zielgruppe sind.

Ein weiterer Vorteil dieser Art der Berufsorientierung liegt darin, dass die Schülerinnen und Schüler in der Praxis Erfahrungen sammeln, indem sie die jeweiligen branchenüblichen sonstigen Anforderungen in Echtzeit erleben können. Außerdem erhalten die Schüler von betrieblicher Seite Anerkennung für die in ihren Stärken liegenden täglich erbrachten Leistungen. Dass sie es schwerer haben mit der Aneignung berufstheoretischer Kenntnisse, steht zunächst nicht so im Mittelpunkt. Im Gegenteil, die erreichte Anerkennung kann auch neue Motivation erzeugen, sich dem Berufsabschluss mit seinen theoretischen Herausforderungen nun doch zu stellen. 

Dietrich Sander, GGS mbH

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Infos

  • Gemeinnützige Gesellschaft für
    regionale Sozialentwicklung,
    Marktplatz 3, 15230 Frankfurt (Oder); Dietrich Sander,
    Tel.: (03 35) 4 01 11 85,
    E-Mail:
    dietrich.sander(at)ggs-ffo.de
  • Weitere Informationen zu ZEBRA als PDF-Datei auf den Internetseiten der Gemeinnützigen Gesellschaft für regionale Sozialentwicklung mbH.
  • Außerdem finden Sie hier die Bremer Erklärung (PDF-Datei), die dazu beitragen soll, die Ausbildungschancen von Jugendlichen mit Behinderung zu verbessern.

ESF-Logo Land BrandenburgDas Projekt wird aus Mitteln des ESF und des Landes gefördert.

ZEBRA-plus

Das Landesmodellprojekt ZEBRA-plus hat das Ziel, Jugendliche mit besonderem Unterstützungsbedarf über eine betriebsintegrierte Berufsorientierung zu einer Berufsausbildung in der betrieblichen Arbeitswelt zu verhelfen. Träger des Projektes ist die Gemeinnützige Gesellschaft für regionale Sozialentwicklung (GGS mbH). Im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Schulamtes Frankfurt (Oder) und damit gleichzeitig der Arbeitsagentur Frankfurt (Oder) befinden sich derzeit 48 Absolventen der Förderschulen in der betrieblichen Berufsausbildung. Seit 2005 haben 17 ehemalige Förderschüler den Berufsabschluss erreicht.