
- Günter Baaske, Minister für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie des Landes Brandenburg
Liebe Leserinnen und liebe Leser,
kommt der Lotse an Bord, fährt das Schiff sicher in den Hafen: Das gilt auch für die Lotsendienste, die es seit 10 Jahren in allen Landkreisen und kreisfreien Städten Brandenburgs gibt. Der Schritt in die Selbstständigkeit erfordert Ideen, Fachwissen und eine große Portion Mut. Dabei helfen die aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) geförderten Lotsendienste. Sie haben viele Frauen und Männer auf diesem Weg unterstützt. Diese Existenzgründungen sind ein starker Motor für die märkische Wirtschaft und viele Männer und Frauen konnten sogar aus der Arbeitslosigkeit heraus eine erfolgreiche selbstständige wirtschaftliche Existenz aufbauen - viele dabei unterstützt von den Lotsendiensten.
Sie helfen den Gründerinnen und Gründern durch die Untiefen der Gründung und über die Klippen hinweg, die auf dem Weg in die Selbstständigkeit liegen. Und wenn das Unternehmen später ‚in Seenot‘ geraten sollte, stehen die Lotsendienste den ‚jungen‘ Unternehmern und Unternehmerinnen mit Rat und Tat zur Seite.
Damit der ‚Kapitän‘ sein Schiff sicher und allein steuern kann, ist eine individuelle Qualifizierung notwendig, deshalb bekommen Gründungsinteressierte mit einer konkreten Gründungsidee beim Lotsendienst die notwendige Beratung in der Vorgründungsphase. Nach einem Erstgespräch gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder rät der Berater von der Gründung ab, zum Beispiel weil die Unternehmensidee nicht trägt und unkalkulierbare Risiken entstehen würden, oder er leitet den Gründer an ein Assessment-Center weiter. Dort prüfen speziell geschulte Berater, ob der oder die Gründungsinteressierte über eine Unternehmerpersönlichkeit und eine tragfähige Gründungsidee verfügt, und sie stellen fest, welche Qualifizierungsbedarfe notwendig sind. Danach schlägt der Lotse externe Beratung für die Qualifizierung oder ein Coaching vor.
Lotsendienst als Vorreiter
Der regionale Lotsendienst diente als ‚Prototyp‘ für alle ESF-Förderansätze des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie im Existenzgründungsbereich. So gibt es mittlerweile
- den landesweit agierenden Lotsendienst für Migrantinnen und Migranten, da Menschen mit Migrationshintergrund besondere Hürden überwinden müssen bei einer Unternehmensgründung, wie sprachliche Schwierigkeiten, Probleme mit Behörden und Banken;
- an den Hochschulen des Landes Gründungsservices für Studierende, Alumni und das wissenschaftliche Personal mit Ausnahme der festangestellten Professoren;
- für junge Leute bis 27 Jahre mit abgeschlossener Berufsausbildung Gründungswerkstätten, in denen sie eine altersgerechte Ansprache erhalten und vorwiegend in Teams in einer Werkstatt (Inkubator) arbeiten;
- für innovative Gründungen das Coachingangebot ‚Innovationen brauchen Mut‘ (IbM) sowie
- die Beratungsstellen für Unternehmensnachfolge, in denen der Übergabeprozess des Unternehmens von einem neutralen Berater moderiert wird.
Keine Frage: Die Lotsendienstförderung sowie die Förderung der Zielgruppen tun dem Standort Brandenburg gut. Die Lotsendienste haben das Gründungsgeschehen deutlich belebt. So liegt Brandenburg mit einer Selbstständigenquote von 12,3 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 10,9 Prozent. Auf diesem guten Weg sollten wir gemeinsam weitergehen.
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