Prisma - Nr. 2/2012

Zusammenarbeit wird intensiviert

Arbeitsgruppe Brandenburg/Lubuskie wird fortgesetzt

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion waren (v. l.) Staatssekretär Professor Wolfgang Schroeder (MASF), Christian Hoßbach (DGB Berlin), Moderator Joel Heilmann, Roman Fedak (Urzad Statystyczny w Zielonej Górze), Klaus-Dieter Teufel (UVB Berlin-Brandenburg), Edwin Gierasimczyk (Arbeitsamt Lubuskie)
Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion waren (v. l.) Staatssekretär Professor Wolfgang Schroeder (MASF), Christian Hoßbach (DGB Berlin), Moderator Joel Heilmann, Roman Fedak (Urzad Statystyczny w Zielonej Górze), Klaus-Dieter Teufel (UVB Berlin-Brandenburg), Edwin Gierasimczyk (Arbeitsamt Lubuskie)

Im Dezember 2010 haben das Brandenburger Arbeitsministerium und das Marschallamt Wojewodschaft Lubuskie eine Arbeitsgruppe gegründet, um den Prozess der Arbeitnehmerfreizügigkeit aktiv zu begleiten. Auf einer Tagung in Frankfurt (Oder) Ende Februar präsentierte die Arbeitsgruppe erste Ergebnisse und Empfehlungen für die weitere Zusammenarbeit. Dabei zeigte sich, dass sich die Kooperation bewährt hat. Die Arbeitsgruppe habe „viele Themen voranbringen und Vertrauen aufbauen können“, so Minister Baaske und Vizemarschall Maciej Szykula in ihren Eröffnungsreden.

Zwischen dem Land Brandenburg und der Wojewodschaft Lubuskie gibt es viele Ähnlichkeiten, wie die kleinteilige Wirtschaftsstruktur, die Erwerbstätigen- und die Arbeitslosenquote. Starke Unterschiede gibt es allerdings bei jungen Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren. „Die Erwerbsquote dieser Altersgruppe ist in Brandenburg mit 58 Prozent fast doppelt so hoch wie in Lubuskie - dort liegt sie bei 33 Prozent“, so Grzegorz Blazkow, Arbeitsamt Lubuskie, der die Ergebnisse der Unterarbeitsgruppe Statistik präsentierte.

Bei der Fachkräftesicherung ist von unterschiedlichen Problemlagen auszugehen. Wie Ute Tenkhof, Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie (MASF), in ihrem Vortrag ausführte, wird in der Region Lubuskie ein breites Spektrum an verschiedenen Berufen nachgefragt. In Brandenburg ließen sich dagegen Engpässe im Bereich Gesundheits- und Pflegeberufe sowie bei einigen administrativen und technischen Berufen feststellen. 

Die Referate von Christian Ramm, Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit, und Lukasz Hudziak, Arbeitsamt der Wojewodschaft Lubuskie, bestätigten den Trend, dass die seit Mai 2011 geltende volle Arbeitnehmerfreizügigkeit keine wesentlichen Auswirkungen auf die beiden regionalen Arbeitsmärkte gehabt hätte.

Gründe dafür seien vor allem mangelnde Sprachkenntnisse und fehlende Lohnanreize. Außerdem interessierten sich vor allem polnische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit niedrigen Qualifikationen für Brandenburg, während hier hauptsächlich Fachkräfte gesucht würden.

Wie geht es weiter?

Zum Abschluss der Tagung wurde eine weitere Zusammenarbeit der Arbeitsgruppe beschlossen. Sie soll in sechs verschiedenen Themenbereichen (s. Infokasten) fortgesetzt werden. Denn bei der Kooperation ginge es, wie Beata Kiecana (Marschallamt Lubuskie) und Sabine Hübner (MASF) in ihren Abschlussreden betonten, um eine Win-win-Situation für beide Seiten.  (em)

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Infos

Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe sind in der Broschüre ‚Entwicklung eines deutsch-polnischen Arbeitsmarktes in der Region Brandenburg/Lubuskie - Potenziale und Chancen‘ in Deutsch und Polnisch veröffentlicht.

Die Broschüre können Sie auf den Internetseiten des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie als PDF-Datei herunterladen oder als Druckexemplar bestellen.

ESF-Logo Land BrandenburgDie Kooperation wird aus Mitteln des ESF und des Landes gefördert.

Arbeitsgruppe Brandenburg/Lubuskie

In der Expertengruppe sind das Brandenburger Arbeitsministerium, das Marschallamt Lubuskie, die Arbeitsverwaltungen, die
Statistikämter sowie Arbeitgeber und Gewerkschaften vertreten. Ziel der Arbeitsgruppe ist es, Gestaltungsmöglichkeiten und Chancen für einen länderübergreifenden Arbeitsmarkt unter den neuen Bedingungen der Arbeitnehmerfreizügigkeit auszuloten und zu nutzen.

Die weitere Zusammenarbeit wird u.  a. in folgenden Themenbereichen fortgesetzt:

  • Intensivierung der Kooperation im Bereich Berufsausbildung;
  • Fortsetzung der gemeinsamen Arbeitsmarktanalyse;
  • Informationsaustausch zur Anerkennung von im Ausland erworbenen Abschlüssen;
  • Vorbereitung der neuen ESF-Förderperiode, die ab 2014 gilt.